Die Geschichte von Strassenheim

Ein paar Jahre hats schon auf dem Buckel - unser Straßenheim. Diese Seite soll detailliert Aufschluß gegen, was wann mit Straßenheim passiert ist - oder passieren sollte. Die Informationen sind hoffentlich übersichtlich dargestellt. Falls jemand noch was weiss, oder weiteres Material über Straßenheim hat - gerne werden wir diese Übersicht erweitern. Vielen Dank schon vorab.

 

 

Bronzezeit Westlich vom heutigen Straßenheim wurden Grabfunde gemacht, welche auf eine Siedlung aus der Bronzezeit schließen lassen. Mehrere Gräber wurden ausgehoben, und viele Grabbeigaben aus Bronze gefunden. Dies sind die ältesten Funde um Straßenheim und deuten auf die ältesten Siedlungen hin.
Kelten Bei Ausgrabungen wurden auch Wohnstätten aus der Keltenzeit entdeckt. Diese kamen beim Bau der Autobahn in der Nähe von Straßenheim zutage. Im Mannheimer Museum kann man heute noch Gefäße aus dieser Zeit bewundern.
Römerzeit Ursprünglich verlief eine alte Heerstraße von Lopodunum (heute Ladenburg) richtung Worms. Ca. 10 km entfernt von Ladenburg lag rechts dieser Heerstraße unser Straßenheim. Es war eine Raststätte sowie eine Herberge für römische Bürger. Wer die ersten Gebäude hier erbaute, ist nicht mehr bekannt.
Jahr 903 In diesem Jahr wurde der Name Straßenheim das erste mal erwähnt. Lorscher Mönche besaßen hier Äcker und Wiesen. Hier wurde noch die Bezeichnung "villa Strazheim" verwendet. An der Stelle der heutigen Kapelle stand zu dieser Zeit eine Holzkirche.
1071, 1095, 1103 Weitere Erwähungen von Strßenheim im Kloster Lorsch. Die Schreibweise variiert von Strassheim, Strazzheim und Strazheim.
13. Jahrhundert Die Kapelle von Straßenheim wurde erbaut. Sie erhielt Ihren Namen nach der heiligen Maria Magdalena, heute ist sie unter dem Begriff Magdalenenkapelle bekannt. Eine schöne Grafik von der Kapelle kann durch anklicken des Bildes rechts angezeigt werden.
Jahr 1408 Eine Urkunde aus diesem Jahre ist das älteste noch vorhandene Schriftstück über Straßenheim. In diesem Schriftstück stiftete die Witwe des Diether von Handschuhsheim, Amalie Meza von Neuburg für die Gemeinde des Dorfes Straßenheim am 31. Dezember 1408 eine eigene Pfarrei, sowie die Kapelle zur heiligen Maria Magdalena.
Jahr 1432 Des Klosters Neuburg gelegen in Strahsheim Mark - so steht es in Schriftstück. In diesem Jahr findet man auch eine Erwähnung von Hartmann von Hentschuhsheim : Strahsheim das Dorff und Gerichte bei Ladenburg gelegen.
16. Jahrhundert Zu Beginn der Reformationszeit wurde die Kapelle eine evangelische Kirche, da alle Besitzer der Gehöfte Protestanten waren. Von alters her lagen in Straßenheim 3 große Gehöfte. Diese gehörten zu dieser Zeit dem kurfürstlichen geheimen Rat Babo, der Freifrau von Lasser sowie dem Geschlecht von Kronenberg.
Jahr 1606 Der Lassersche Hof wurde erbaut. Hiervon zeugt noch das Wappen am Hof, auf welchem steht: C. Lasser H. von Eberbach Amalie von Eberbach geborene Beiserin vo Ingelheim - 1606.
Jahr 1643 Bis zu diesem Jahr hielten die Protestanten in der Kapelle ihren Gottesdienst ab. Doch 1643 mußte der Pfarrer von Strassenheim fliehen und die Katholiken namen wieder den Besitz der Kapelle ein.
Jahr 1689 Im pfälzischen Erbfolgekrieg wurden auch Teile von Straßenheim zerstört. Auch die Einwohnerzahl schrumpfte stark, der Pfarrer von Straßenheim kam wohl ums Leben, und der Pfarrdienst wurde auf den Pfarrer von Ladenburg übertragen.
Jahr 1695 Am 16.9.1695 verpachtete Franz Ludwig, Bischof zu Worms, den "wegen gewisser Schulden an unser Bistum zu Worms erwachsene Cronberger Hof" an Johann Susmann, welcher am 5.9.1663 geboren wurde. Der Hof war komplett verfallen und mußte wieder aufgebaut werden.
Jahr 1726 Johann Friedrich Zentner wurde in diesem Jahr mit dem Straßenheimer Hof und 1/2 Neuburger Güter belehnt.
Jahr 1758 Johann Michael Zentner, geboren 1732 übernahm in diesem Jahre die Pacht des Cronberger Hofes von seinem Vater. Verheiratet war er mit einer Maria Barbara Hertzberger aus Seckenheim. Der Pachtübertrag wurde 1763 amtlich eingetragen.
Jahr 1782 Ein weiteres Gebäude in Straßneheim wurde von Joseph Sebastion Reichsfreiherr von Kastell auf Bedernau 1782 errichtet. Hiervon zeugt eine Inschrift am Haus.
Jahr 1800 Am 16.9.1800 heiratete Cornelius Maas die am 13.6.1777 in Straßenheim geborene Anna Maria Zentner. Cornelius Maas wurde in Straßenheim Gutspächter des großen Hofes und Landstands-Deputierter in der 2. Kammer des badischen Landstandes.
Jahr 1803 Bis zum Jahr 1803 war Straßenheim kurpfälzisch, danach badisch. Durch den Reichsdeputations-Hauptschluß vom 25.02.1803 erhiehlt der Landgraf von Hessen-Darmstadt den Rest des Bistums Worms. Somit war zwischen Hessen und Baden ein neuer Vertrag nötig. Am 11.04.1803 trat das fürstliche Haus Hessen-Darmstadt den Straßenheimer Hof an Baden ab.
Jahr 1817 Ein weitere Scheuer entstand in Straßenheim nach dem durch viel Regen und Gewitter geprägtem Jahr 1816. Cornelius Maas liest die Scheuer erbauen.
Jahr 1823 In Urkunden tauchen als Gutsbesitzer und Bürgen in Straßenheim zwei Namen in Urkunden auf : Johannes Diez und Johannes Minnig. In diesem Jahr war ein gewisser Adam Schlink Stadtpfarrer in Wallstadt und Pfarrer in Straßenheim.
Jahr 1833 Eine Überlieferung zeigt die Einwohnerzahl Straßenheims. In diesem Jahr wurde das Dorf von 118 Einwohnern geteilt.
Jahr 1843 Ein Wohnhaus entsteht während der badischen Revolution. Eine Inschrift hierüber ist noch gut erhalten.
um 1850 Bernhard Conrad Maas, der den dem Tod seines Vaters die Pacht des großen Hofes übernahm, baute um dieses Jahr den heutigen kleinen Hof auf. B.C. Maas starb am 21.6.1875 in Straßenheim.
Jahr 1873 Der Dietz-Hof wurde gebaut. Nach und noch kamen noch weitere Gebäude hinzu, so daß Straßenheim nun das wurde, was es heute ist. Die Aufteilung der ursprünglichen 5 Höfe, der Kapelle und des (1905 entstandenen) Wasserturms wurde gesetzt.
Jahr 1885 In diesem Jahr hatte Straßenheim 146 Einwohner in 17 Haushaltungen. Davon waren 61 Einwohner evangelisch, 85 katholisch. Es standen 9 Wohnhäuser, die Haupteinnahmequelle der Gehöfte war der Tabakanbau.
02.01.1902 Johann Baptist Maas verkaufte den kleinen Hof, welchen er von seinem Vater Bernhard Conrad übernahm, an den Domänenpächter Walter Dörrien für 100.000 Mark. Walter Dörrien hatte schon vorher den großen Hof von einem Valtenin Grohe gekauft.
1905 Der Wasserturm von Strassenheim wird gebaut. Er versorgte ganz Strassenheim mit Wasserdruck. Ein Fähnchen auf der Spitze des Wasserturms zeigt diese Jahreszahl.
Jahr 1911 Der Maas'sche Hof wurde weiterverkauft an die Zuckerfabrik Waghäusel, welche von einem Dr. Franck vertreten wurde.
Zweiter Weltkrieg In dieser Zeit ist über Straßenheim so gut wie nichts bekannt. Wir arbeiten daran, hierüber weitere Informationen zu bekommen.
Sept. 1978 Der Wallstadter Stadtrat Lothar Mark schlägt dem Oberbürgermeister den teilweisen Abriß von Straßenheim und eine Neubebauung mit 100 Einfamilienhäusern vor. In einem Schreiben weist Mark auf die hervorragende Eignung des bebauten Geländes hin, das aber durch den Wegzug von Landwirten und deren verlassenen Höfen eher "an die Geisterstädte des Wilden Westens erinnere". Nur drei Gutshöfe sind zu dieser Zeit bewohnt. Der Plan wird glücklicherweise verworfen.
Sept. 1989 Gerhard Widder beklagt in einer Pressekonferenz im Rathaus die Wohnungsnot im Ballungsraum Mannheim. Er sei sofort bereit, etwas dagegen zu tun - Grundstücke seien kein Problem. Hier fiel neben der Hochstätt auch der Name Straßenheim.
Nov. 1989 Pläne für eine Bebauung Straßenheims werden schnellstens vom Stadtplanungsamt Mannheim erstellt. Ein Expose zur Entwicklung des Stadtteils Straßenheim mit dem Titel "Ausführungen über die mit einer solchen Entwicklung verbundenen Chancen, Voraussetzungen, Randbedingungen und Konsequenzen" wird am 30.11.1989 herausgegeben.
1990 Der CDU-Ortsverband Mannheim-Wallstadt und der Bauernverband macht Stimmung gegen die Pläne der Stadt. Nach langem Ringen lehnt der Gemeinderat mit Mehrheit am 24.4.1990 den Siedlungsschwerpunkt Straßenheim ab. Gerhard Widder kommentierte dies als "eine Fehlentscheidung".
1997 Der verfallene Dietz-Hof soll wiederaufgebaut werden. Die beginnenden Baggerarbeiten werden schon im Anfang aufgehalten, denn es findet sich ein gut gemauerter fränkischer Brunnen auf dem Gelände, welcher aus dem Spätmittelalter stammt. Auch finden sich hier und da ein paar Münzen um 300 nach Christus.
1998 Der Dietz-Hof wird wieder aufgebaut. Es entstehen ca. 40 Wohneinheiten in Gutshofatmosphäre. Beim Wiederaufbau besteht kein Denkmalschutz, jedoch wurden teilweise Fasseden erhalten und die ganze Anlage im "alten Stil" wieder errichtet.
2001 Straßenheim bekommt eine eigene Website, die mit Informationen rund um diesen Ort startet. Die Seite ist jedoch auf Ihre Mitarbeit angewiesen, sollten Sie Material (Bilder, Fotos, Zeitungsausschnitte o.ä.) haben, so würden ich mich sehr freuen und diese Informationen hier integrieren. Gerne können Sie mir auch Material über Strassenheim zum Kauf anbieten. Ich freuen mich über jede Mail. Danke!

Der Straßenheimerhof

Autor des nachstehenden Artikels ist Herr Carel Maas, Mindelheim, dessen Vorfahren den "Kleinen Hof" besessen haben. Die Familie MAAS ist durch Heirat mit der Familie ZENTNER verbunden. Diese Familie war auch eng in den Familienstamm SUSMANN eingebunden wodurch für die drei genannten Familienstämme enge verwandschaftliche Bindungen zu meinem müttlerlichen Hauptstamm DÖPFNER in Ladenburg bestehen. Der Ursprung Döpfner ist um 1500 im fränkischen Bremenleiden (heute Burkardroth-Premich/Röhn) zu finden.

Karl J. Franz

1. Herr Carel Maas / 2. Gräfin Wiser von Leutershausen / 3. Frau Ilse Heß 1. Herr Carel Maas / 2. Gräfin Wiser von Leutershausen / 3. Frau Ilse Heß

Ein kleiner Beitrag zur Geschichte von Mannheim-Straßenheim, vor allem in Bezug auf die zwei jetzt noch bestehenden Bauernhöfe , den jüngsten und einen der ältesten.

 

Zusammengestellt von Carel Maas im März des Jahres 2000.

 

Zu meiner Person: ich bin 72 Jahre alt und wohne in Bayern. Von April 1947 bis April 1949 war ich Landwirtschafts-Lehrling bei der Dr. Franck 'schen Gutsverwaltung und wohnte auf dem sog. kleinen Hof. Vorher hatte ich keine Ahnung, daß das der Hof meiner Urahnen war. Leider habe ich damals keine Erkundigungen angestellt, aber mit 20 Jahren denkt man noch nicht an so etwas. Alle folgenden Angaben entstammen den Aufzeichnungen meines Großvaters, der eine breitgefächerte Familienforschung betrieb. Leider hat er mittendrin damit aufgehört, ich vermute nach Schicksalsschlägen in seiner Familie. Wer die zwei Abhandlungen verfaßt hat weiß ich nicht, eine davon erhielt ich 1948 von Frl. Ilse Heß.

 

Die Schreibweisen und Angaben in den Urkunden sind manchmal unterschiedlich und es werden sicher auch Fehler vorhanden sein , die niemals ganz auszuschließen sind.


Die einzelnen Höfe bezeichne ich so , wie sie 1947 bezeichnet wurden, das sind also der kleine Hof , der große Hof, der Vogler-Hof, der Dietz-Hof und der Heß-Hof.


Der Heß-Hof war selbständig, die anderen vier gehörten zur Dr. Franck'schen Gutsverwaltung
Jetzt sollte man erst die Abhandlung "Die Geschichte der Gutshöfe bei Heddesheim" und die Abhandlung "Die Geschichte von Mannheim-Straßenheim" lesen. Nun folgen einige Erwähnungen von Straßenheim:

 

903 villa Strazheim
1071 und 1095 Strazheim
1103 Strazzheim (alle im Kloster Lorsch)
Wahrscheinlich ca 1430 Hartmann von Hentschuhsheim hat Strahsheim das Dorff und Gerichte bei Ladenburg gelegen,
1432 Des Klosters Neuburg Güter gelegen in Strahsheim Mark.
1408 die capelle zu Strahsheim in Wormser Bistum gelegen.
1484 Hubgericht zu Strossen.
Bis 1805 war Straßenheim kurpfälzisch, dann badisch.
1833 hatte Straßenheim 118 Einwohner.
1885 hatte Straßenheim 146 Einwohner in 17 Haushaltungen , davon 61 Einwohner evangelisch, 85 katholisch , 9 Wohnhäuser. Tabakanbau.


Der erste Vertreter der Familie Maas in Straßenheim war Cornelius Maas, geboren am 6.5.1776 in Oppenheim.
Am 16.9.1800 heiratete er die am 13.6.1777 in Straßenheim geborene Anna Maria Zentner.
Cornelius Maas wurde in Straßenheim Gutspächter und Landstands-Deputierter in der 2. Kammer des badischen Landstandes.
Er war Pächter des großen Hofes, denn in der Mauer einer Scheune auf diesem Hof befindet sich ein Gedenkstein über den Bau dieser Scheune im Jahr 1 817 mit dem Text wie schon in der Geschichte von Straßenheim angegeben.


Cornelius Maas war mein Ur-Ur-Urgroßvater. Er starb am 27.6.1823, also mit 47 Jahren.

 

Auf seinem Grabstein stand :
Ruhig schlief nach Himmels Sehnen
Cornel Maas
Des Hofs Stabhalter, Badens Landstandsdeputierter, ein.
Und ihm folgen heisse Thränen,
Die ihm Gattin, Sohn und Tochter weihn.
Zwar zu früh für sie hienieden
Deckt der Staub den Biedern zu,
Doch geniest er Himmels Frieden,
Wer mißgönnt ihm seine Ruh.

 

Seine Frau wurde über 90 Jahre alt und starb am 2.12.1867 in Straßenheim.

 

Der am 15.8.1802 geborene Sohn, Bernhard Conrad Maas , übernahm nach dem Tod seines Vaters den Hof , ebenfalls als Pächter. Er heiratete am 26.1.1826 die Maria Josepha Kramer aus St. Leon. Sie wurde am 1.4.1805 geboren und verstarb bereits nach fünf Ehejahren am 16.1.1831.

 

Berhard Conrad Maas heiratete danach am 2.1.1832 die Julie Werner aus Nieder-Ingelheim. Sie wurde geboren am 24.1.1812 und starb am 30.7.1880.

 

Berhard Conrad Maas baute später einen neuen, eigenen Hof, den heutigen kleinen Hof. In Familienpapieren wird er 1851 als Hofguts-Eigentümer bezeichnet, also muß der neue Hof da schon gebaut gewesen sein. Der Einfachheit halber nehme ich 1850 als Baujahr an , es läßt sich wohl nicht mehr genau feststellen, außer es sucht noch jemand in Heddesheimer Grundbücher von damals.

 

Bernhard Conrad Maas starb am 21.6.1875 in Straßenheim. Sein Sohn aus zweiter Ehe, Johann Baptist Maas wurde am 3.2.1834 in Straßenheim geboren. Er studierte in Karlsruhe am Polytechnikum Landwirtschaft und übernahm später das väterliche Gut. Er heiratete am 25.6.1870 die Antonie Hadermann aus Frankfurt, die am 17.3.1842 geboren wurde. Da die Schulausbildung ihrer 4 Kinder in Straßenheim schwierig war, verpachtete er zwischen 1880 und 1885 sein Gut und zog nach Weinheim.

 

An wen verpachtet ist nicht bekannt.


Am 2. Januar 1902 verkaufte er sein Gut an den Domänen-Pächter Walter Dörrien für 100 000 Mark. Dieser  Walter Dörrien hatte schon vorher den großen Hof von einem Valetin Grohe gekauft. 1911 wurde der Maas'sche Hof weiter verkauft an die  Zuckerfabrik Waghäusel (Dr.  Franck).  Joh. Baptist Maas starb am 15.8.1911 in Weinheim , seine Frau starb am 30.8.1896, ebenfalls in Weinheim. Damit war die Verbindung der Familie Maas mit Straßenheim zu Ende. Ober den Heß-Hof konnte ich die folgenden Angaben den Unterlagen meines Großvaters entnehmen.

 

Susmann, Jobst, geboren ca 1600 in Straßenheim, Vogt des Grafen Cronberg, Schultheiß.

 

Susmann, Johann Valentin, geboren ca 1635, verheiratet mit einer Anna Christina, Gutspächter Cronberger Hof und Güter Stift Neuburg, Verwalter des Bischofs von Worms.

 

Susmann, Johann Friedrich, geboren 5.9.1663, verheiratet mit einer Anna Barbara, ab 16.9.1695 wormsischer Pächter. Am 16.9.1695 verpachtete Franz Ludwig, Bischof zu Worms, den "wegen gewisser Schulden an unser Bistum zu Worms erwachsenen Cronberger Hof" an Johann Sussmann. Da das Haus ganz zerfallen war , mußte es umgebaut werden.

 

Der letzte Graf Kraft Otto Karl Cronberg verpfändete vermutlich das verschuldete Gut an das Bistum Worms um seine Schuld abzutragen. Graf Cronberg starb am 1.4.1692, das Geschlecht erlosch 1704.

 

Zentner, Johann Friedrich, geboren am 13.2.1698, gestorben am 13.4.1776 in Heppenheim. Seit 11.11.1726 wurde Friedrich Zentner mit dem Straßenheimer Hof belehnt + 1/ 2 Neuburger Güter.

 

Zentner, Johann Michael, geboren am 2.11.1732, gest. am 19.7.1800. Pächter des Cronberger Hofes + 1/2 Stift Neuburger Güter. Nach Akten im Karlsruher Archiv belehnt 1763. Verheiratet mit Maria Barbara Hertzberger aus Seckenheim, die am 6.3.1813 in Straßenheim gestorben ist. Sie hatten zusammen 14 Kinder.

 

Auf dem Grabstein von Joh. Michael Zentner stand:
War 42 1/2 Jahr verheiratet mit Barbara, geborene Hertzberger aus Seckenheim, ebenso lang war er Beständer des Hochstifts Worms.

 

Anscheinend hatte er den Hof schon seit 1758 in Pacht und  wurde es 1763 amtlich eingetragen.

 

Johann Michael Zentner und seine Frau Barbara haben das alte  Kreuz vor dem Friedhof errichtet , waren also katholisch. Anna Maria Zentner, eine Tochter der obengenannten , war die  Ehefrau meines Ur-Ur-Urgroßvaters Cornelius Maas. Hiermit sind die Aufzeichnungen, die den Heß-Hof betreffen, zu Ende.

 

Joh. Michael Zentner und seine Frau Barbara hatten einen Sohn namens Johann Friedrich Zentner, geboren am 15.7.1760. Dieser Sohn war verheiratet seit 3.6.1783 mit der verwitweten Agnes Maas, geborene Treu, die Mutter des Cornelius Maas. Es ist anzunehmen, daß dieser Joh. Michael Zentner ebenfalls Pächter des Cronberger Hofs war. In den Papieren steht allerdings nur: Hat sich nach Gutsabgabe nach Heppenheim zurückgezogen.

 

Es gab in Straßenheim noch einen Franz Zentner, geboren ca 1670. Er hat am 28.12.1696 die Anna Maria Susmann geheiratet, die am 13.2.1671 geboren wurde und am 28.4.1729 gestorben ist. Dieser Franz Zentner war Beständer (Pächter) auf dem Hundheimer/Helmstadter Hof.

 

Es kann der Diez-Hof gewesen sein, denn dort war von 1722-1783 die Familie Hundheim begütert und vorher die Familie Helmstadt. Und in der  "Geschichte der Gutshöfe bei Heddesheim" steht: Nach dem Tode von Eberbach  (Voglerhof) erwarb die Familie von Helmstadt auch den zweiten Teil des Hofgutes. Dieser zweite Teil muß also beim Diez-Hof gewesen sein.

Dann gab es in Straßenheim noch einen Peter Carl Werner, geboren am 24.3.1802, verheiratet mit Barbara Maas, Tochter des Cornelius Maas. Mein Großvater schrieb über den Peter Carl Werner: vermutlich Gutspächter und Wirt in Straßenheim.

 

Folgende Namen tauchen noch in den Urkunden auf, bei Taufen und Sterbefälle in Straßenheim :


1823 Johannes Minnig, Gutsbesitzer und Bürger in Straßenheim.
1823 Johannes Diez , Gutsbesitzer und Bürger in Straßenheim.
1827 Der oben erwähnte Carl Werner, Gutsbesitzer.
1831 Nochmal der Karl Werner, Hofbauer.
1831 Theobald Metz , Schulverwalter.
1867 Karl Vorbach, Hauptlehrer.
1875 Joh. Baptist Moer, Ökonom.
1875 Valentin Koster, Mastner.
1823 Adam Schlink, Stadtpfarrer in Wallstadt und Pfarrer in Straßheim.
1827 + 1831 Adam Schlink, Pfarrer in Straßheim.

 

Auch wenn in den Urkunden Gutsbesitzer steht, so waren es doch  manchmal nur Pächter.

Die Geschichte von Mannheim-Straßenheim

Das Bestehen von Straßenheim reicht bis in die Römerzeit zurück. Von Lopodunum (jetzt Ladenburg) ging die alte Heerstraße in nordwestlicher Richtung zum Wald , durch diesen hindurch mehrere Meilen hin gegen Worms. 1 1/2 Stunden Fußweg von Lopodunum entfernt lag rechts der Heerstraße unser Straßenheim, damals Strazheim, Strazzheim oder auch Straßheim genannt. Ob es erst durch die Römer gegründet wurde oder schon vorher bestanden hatte, kann urkundlich nicht festgestellt werden. Damals schon standen bei der Raststätte und Herberge auch Landhäuser römischer Bürger. Wie das Gesicht von Straßenheim war , das nördlich der Heerstraße lag, ist uns nicht mehr  bekannt.

 

Grabfunde, die beim Bau der Autobahn, aber auch schon vorher gemacht wurden, beweisen, daß auch schon vor der Römerzeit in der Nähe von Straßenheim Siedlungen bestanden haben. Dünen, die sich westlich von Straßenheim hinziehen, bargen diese wertvollen Schätze, die teilweise durch Zufall und teilweise durch absichtliche Grabungen zutage befördert wurden. Auf die ersten Funde stieß man, als man daran ging , eine Düne abzutragen. Bauern, die hier in der Sandgrube ihren Sand holten , waren die ersten Finder. Durch sie wurden dann auch Leute aufmerksam, die sich für diese Sachen interessierten. Mehrere Lehrer aus der Umgebung gingen gemeinsam an die Grabungen. So konnten reihenweise angelegte Gräber zu Tage gebracht werden. Bei den Leichen, die auf diesem Friedhof lagen, wurden vielerlei Geräte und Schmuckstücke gefunden. Es waren  ab er auch teilweise noch ganz gut erhaltene Urnen in den Gräbern, die den Skeletten zwischen den Füßen standen. In mehreren Gräbern wurden Knochen von Haustieren  wie von Schweinen und Hühnern gefunden, die den Toten als  Wegzehrung mitgegeben wurden. Die Spangen, Schließen, Schwerter und Geräte waren  meistens aus Bronze, woraus sich schließen läßt, daß die Gräber aus der Bronzezeit stammen. Bei den Grabungen wurden, außer dem Friedhof, auch Mauerreste und Reste von Feuerstellen gefunden. Andere Funde von Feuerstellen, Brunnen und  Wohnstätten , die aus der Keltenzeit stamm en, wurden dann beim Bau der Autobahn gemacht. Auch hier wurden  Teile von Gefäßen und  Geräten ausgegraben, die teilweise wieder zusammen gesetzt werden konnten. Professor Gropengiesser aus Feudenheim, der sich  um die Ausgrabungen sehr verdient gemacht hat , hat diese wertvollen Funde gesammelt und dem Museum überwiesen.

 

Eine Urkunde aus dem Jahre 1408 ist das älteste noch vorhandene Dokument von Straßenheim. Danach hat die Witwe des Diether von Handschuhsheim, "Amalie, Meza von Neuburg" für die Gemeinde des Dorfes Strassenheim am 31.Dezember 1408 eine eigene Pfarrei gestiftet und diese, sowie die schon vorhandene Kapelle zur heiligen Maria Magdalena als Pfarrkirche mit reichlich Gütern und Einkünften ausgestattet. Es ist bekannt, jedoch urkundlich nicht nachgewiesen, daß die Kapelle Maria Magdalena vorher Klosterkapelle war. Noch heute soll ein unterirdischer Gang die Kapelle mit zwei Gehöften, den damaligen Klostergebäuden, verbinden. Die zugemauerten Verbindungen münden in einem Hof im Wohnhauskeller, im anderen Hof im Keller eines Nebengebäudes. Die Kapelle wurde nach der Reformation evangelische Kirche, da alle Besitzer der Gehöfte Protestanten waren. Die Gehöfte gehörten dem kurfürstlich geheimen Rat Babo, der Freifrau von Lasser und der 3. Hof dem Geschlecht von Kronenberg. Als die protestantischen Pfarrer und Kirchendiener Ladenburg verlassen mußten, hielten die noch verbliebenen Protestanten ihren Gottesdienst in Straßenheim ab. Bis 1643 hatte Straßenheim selbst einen Pfarrer, dieser mußte dann fliehen und die Katholiken rissen das Kapellchen wieder an sich. Die Stiftung von 1408 wurde erneuert. Daß die Pfarrstiftung auch kirchlich anerkannt wurde , beweist eine kirchliche Urkunde, wonach ein geh. Hofrat und Gräfl. von Kronenberg'scher Bevollmächtigter Dr. Peter Brahm, Kraft des dem Grafen Otto Adolf von Kronenberg zustehenden Patronatsrechts , einen Kapuzinerpater für die Pfarr- und Seelsorge zu Straßenheim präsentierte.

 

Die Vermögensteile und Einkünfte der Pfarrei zu Straßenheim waren in den Jahren 1533-1556 in dem sogenannten Strassenheimer Weisthum zusammengestellt worden. Der Kirchenbesitz betrug 23 1/2 Morgen, der Besitz der Pfarrei 22 1/4 Morgen. Zu beiden kamen noch Geld-und Fruchtbezüge. Einen Teil der Kirchengüter hatte später die Kronenberg'sche Patronatsherrschaft an sich gezogen. Der andere Teil ist noch heute Kirchenbesitz und wird von ihr an Bauern von Viernheim und Heddesheim verpachtet.

 

Der pfälzisch-französische Erbfolgekrieg war auch an Straßenheim nicht spurlos vorüber gegangen. Urkundlich ist auch in dieser Beziehung nichts Bestimmtes festgelegt. Außer einer kleinen Notiz, in der es heißt: "Nachdem infolge der Verheerungen der pfälzisch-französischen Erbfolgekriege die Zahl der Bevölkerung zurück gegangen war, der Pfarrdienst in Strassenheim dem Pfarrer von Ladenburg übertragen werden mußte".

 

Die teilweise Zerstörung der Gehöfte zeigt sich auch in Wappen und Inschriften : (???)
Das Lassersche Wappen:
C. Lasser
H. von Eber
Bach

Amalie von Eb
erbach geboren
e Beiserin von
Ingelheim

1606.

 

Joseph Sebastian Reichsfreiherr von Castell auff Bedernau
1782

 

An einem andern Wohnhaus: " Erbaut während der Revolution 1843".
 

An einer Scheuer:
An Gottes Seegen ist alles
gelegen.
Diese Scheuer lies er bauen C.Maas
1817
Diesem Jahr gieng ein von zu groser Nässe und
zu vielen schweren Gewittern veranlaßtes völliges
Mißjahr voraus das eine so große Theirung
zur Folge hatte, daß die Früchten kosteten
Das Mltr Korn.st29.Gerst.st29.Vaiz.st39
Spelz 19. Haber 12. Kartoffel 12.
Das pf Brod 12 Kreuzer

 

Am Kronenberg'schen Hauswappen ist keinerlei Schriftzeichen oder Jahreszahl mehr zu entziffern.

 

Nach und nach wurden dann noch 2 Gehöfte und 3 Einzelhäuser erbaut. Der Babo'sche Hof ging später an Familie Dietz über und wurde von dieser an Herrn Landesgerichtsdirektor Heintze verkauft. Der Lasser’sche Hof sowie das Kronberg’sche Anwesen gingen an die Domäne über. Der Kronenberg'sche Hof ist nun seit fast 100 Jahren in Erbpacht der Familie Hess. Einer der neueren Höfe (der Maas-Hof) ist seit 1911 im Besitz von Herrn Dr. Franck und seit seinem Tode gehört er dessen Erben. Der Franck'sche Hof hat 1910, 1917-1924 die anderen Höfe dazu gepachtet. Im Jahre 1905 liess sich die Stabhalterei, die Straßenheim Inzwischen geworden war, ein eigenes Pumpwerk, einen Wasserturm und Wasserleitungen in sämtliche Wohnhäuser, Stallungen und  Gehöfte bauen. Lichtleitung mit Kraftanschluß wurde im Kriegswinter 1914-1915 in Straßenheim gebaut. Die Stabhalterei wurde 1930 aufgelöst und Straßenheim wurde Mannheims nordöstlichster Vorort.

 

Im Jahre 1938 wurde bekannt gegeben, daß auf dem Friedhof von Straßenheim, außer einer alten Frau, die in ein Familiengrab kommt, niemand mehr beerdigt werden darf, da der Friedhof und das Kapellchen ihres Alters wegen hohen Kulturwert haben. Es befinden sich auf dem Friedhof noch mehrere Grabsteine aus dem Jahre 1777-1780 und dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Straßenheim hat sich in der letzten Zeit nicht mehr viel  geändert, außer einer Feldscheune , die 1940 durch Fliegerangriff vernichtet und durch eine neue Scheune ersetzt wurde. Diese Scheune wurde gegen Ende des Krieges 1945 durch einen Schuß von einem amerikanischen Panzer noch einmal vernichtet.

 

Das Babo'sche Wohnhaus wurde, da es baufällig geworden war, abgebrochen. Straßenheim besteht aus 5 Gehöften, das sind : 4 Wohnhäuser, 9 Stallungen, 1 Schweinemasthaus, 6 Scheunen , 3 Feldscheunen, 3 Arbeiter-Wohnhäuser , 1 Saatzuchtscheune, 2 Speichergbäude , 3 Tabakschuppen, von denen 2 als Mais Trockenschuppen umgebaut wurden, Außerdem  sind in Straßenheim noch 2 Wohnhäuser die der Stadt gehören, der Wasserturm mit dem Pumphaus und das Kapellchen.

 

Die Geschichte der Gutshöfe bei Heddesheim

Zu Heddesheim, dem größten Dorf des ehemaligen Amtsbezirks Weinheim, gehören seit jeher drei geschichtlich bedeutsame Höfe, die ihre Gründung jedenfalls in der Römerzeit erfahren haben. Es sind:

 

der Neuzenhof an der Straße Heddesheim-Viernheim,


der Straßenheimer Hof am Schnittpunkt der alten Römerstraße Lorsch-Viernheim-Straßenheim-Wallstadt-Ladenburg und

Heddesheim-Käfertal,


der Muckensturmer Hof an der Straße Lützelsachsen-Viernheim.

 

Der Neutzenhölzerhof oder Neutzenhof gehörte bereits 1258 zu den Besitzungen des Klosters Lorsch und hieß damals "Neuzenholz" und auch "Nicenholtz". 1786 umfaßte der Hof 175 Morgen Ackerfeld, 21 Morgen Wiesen 117 Morgen Weidgang und Waldungen. Hier wohnten damals drei Familien mit 28 Seelen. Der Hof gehörte ursprünglich den Rittern von Handschuhsheim bis zum Erlöschen des Geschlechts im Jahre 1600, wo der Hof als Lehen an die Kurpfalz zurückfiel. Als der Kurfürst von Heidelberg sich 1621 auf das böhmische Abenteuer einließ, verpfändete er den Neuzenhölzerhof auf 12 Jahre für 7.000, - Gulden ( 1 Gulden = RM 1,80) an den Leibarzt und Professor zu Heidelberg Peter de Spina. Die Erben verkauften den Hof für 20.000, — Gulden 1761 an die Kurpfalz.

 

Aus der Neuzenlache (Neuzenhölzerlache) zweigt der aus der Spieslach kommende Bannholzgraben ab, der durch die Viernheimer Gemarkung bis an den Rennhof zieht und sich dort in den Landgraben ergießt. Den Graben unterhielt die Gemeinde Viernheim, leitete ihn bis zur Gemarkung Hemsbach weiter, Heddesheim mußte drei Brücken verwalten und eine Schleuse anbringen.

 

Das alte Neckarbett, das sich von Heddesheim nach Großsachsen gegen Viernheim und wieder an/die Bergstraße bei Sulzbach-Hemsbach zog, machte jahrhundertelang diesen ganzen Bezirk unbewohnbar. Bis man sich entschloß, die Gräben zu ziehen, die das Land langsam entwässerten. Es blieben aber trotzdem noch genug große "Lachen" zurück, die sich bei nassen Jahren stets mit Grundwasser füllten. Erst unserer Zeit blieb es vorbehalten, auch hier Wandlung zu schaffen.

 

Der Straßenheimer Hof der gleichfalls zur Gemarkung Heddesheim gehört, hieß schon 905 "Strassheim" bei den Lorscher Mönchen, die hier Äcker und Wiesen besaßen. Von altersher war der Hof in drei gleiche Teile eingeteilt, wovon jeder Teil besondere Besitzer hatte. Einen Teil besaß die in Ladenburg seßhafte Familie Kronberg, die 1704 erlosch. 1767 ging das gräflich-Kronbergsche Gut in Straßenheim an das Bistum Worms über. Da durch den Reichs-Deputationshauptschluß (25.02.1803) der Landgraf von Hessen-Darmstadt den Rest des Bistums Worms und somit den Kronbergschen Teil des Straßenheimer Hofes erhielt, war zwischen Baden und Hessen ein neuer Vertrag nötig. Unter dem 11.04.1805 trat das fürstliche Haus Hessen-Darmstadt den Straßenheimer Hof, vormals Wormser Anteil, an Baden ab.

 

Das zweite Drittel des Straßenheimer Hofes gehörte 1690 der Familie Horneck von Weinheim zu Ingelheim. 1722 kaufte diesen Teil der kurpfälzische Oberamtmann zu Heidelberg, Freiherr von Hundheim und 1783 ging dieser Teil an die Familie Babo über. Das Babo'sche Wappen finden wir noch am Hoftor. Es zeigt einen fliegenden Adler auf einem Berg; als Helmzier sehen wir einen Jüngling, der mit ausgebreiteten Armen Körner ausstreut. Diese Helmfigur bezieht sich auf den Grafen von Babo von Abensberg, dem Stammvater der Familie von Babo, der im 11. Jahrhundert lebte und 32 Söhne und 8 Töchter hatte. Die Familie Babo hatte mit Weinheim enge Beziehungen. Der berühmteste Babowar der kurpfälzische Geheime Regierungs-Hofkammerrat Johann Lambert Gregor Babo, der wegen seiner Verdienste vor allem um die Landwirtschaft und Ostbau an der Bergstraße 1790 in den erblichen Reichs-Freiherrnstand erhoben wurde. Der letzte Weinheimer Babo war der praktische Arzt von Babo, der das jetzige Dünow'sche Haus in der Bahnhofstraße sein Eigen nannte. Die Familie Babo veräußerte ihren Anteil am Straßenheimerhof 1877 an die Familie Heintze. Der dritte Teil des Straßenheimer Hofes befand sich im Besitz des "Klaus Heinrich von Eberbach" und der Familie von Eberbach, geb. Beiserin von Ingelheim, wie die Wappentafel auf dem Hofgut Auskunft gibt. Klaus Heinrich von Eberbach wurde 1599 kurpfälzischer Kanzler und soll bürgerlicher Abkunft gewesen sein. Amalie Beusser von Ingelheim, (Schmitt Henner hat ihr im "Deutschen Herz" ein literarisches Dankmal gesetzt), war bis 1588 mit Ritter Heinrich von Handschuhsheim verheiratet, verlor 1600 bei dem Zweikampf auf dem Heidelberger Marktplatz - Friedrich von Hirschhorn gegen Johann von Handschuhsheim ihren einzigen Sohn; damit erlosch auch die Handschuhsheimer Linie und der Besitz ging größtenteils an die Grafen von Helmstadt über. 1601 heiratete Amalie von Handschuhsheim, geb. Beiserin von Ingelheim, den kurpfälzischen Kanzler Klaus Heinrich von Eberbach, und brachte 80.000, — Gulden an Vermögen (an Häusern, Gütern, Lehen, Früchten, Wein und barem Geld) mit in die Ehe, worunter sich auch der Straßenheimer Hof befand. Nach dem Tode von Eberbach erwarb die Familie von Helmstadt auch den zweiten Teil des Hofgutes. Aber die Helmstadter machten in den nächsten Jahren soviel Schulden, daß sie ihren Anteil am Straßenheimer Hof verkaufen mußten. 1752 erwarb ihren Anteil der kurpfälzische Regierungsrat zu Mannheim, Joseph Sebastian Castell. Er zahlte 15.000,- Gulden. Das Gut umfaßte damals 207 Morgen. Die Nachkommen konnten es aber auch nicht halten. 1800 verpfändete ihn seine Erbin und Tochter, Freifrau von Lasser um 3.000,- Gulden an Johann Peter Werle von Heidelberg, und 1804 verkaufte sie das Hofgut dem badischen Fiskus.

 

Außer diesen drei Teilen gab es auch noch geistliche Güter. So besaßen das Waisenhaus Handschuhsheim und das Stift Neuburg zusammen noch 97 Morgen. Beide Besitzungen wurden der evangelischen Kollektur Mannheim einverleibt. Der Straßenheimer Hof ist auch der Geburtsort des bayrischen Ministers Georg Friedrich von Zentner, der am 25.08.1752 zu Straßenheim als Sohn eines dortigen Hofbesitzers geboren wurde. Er studierte in Heidelberg Rechtsgeschichte, wurde 1786 Prorektor der Universität Heidelberg, wurde 1792 geadelt, kam 1819 in den erblichen Freiherrnstand, wurde 1820 Staatsminister in Bayern und starb 1835, nachdem er bereits schon 1831 pensioniert war. Sein einziger Sohn ist ihm im Tode vorausgegangen.

Das wäre in großen Zügen die Geschichte der drei freiadligen Höfe , die zusammen früher den Straßenheimer Hof bildeten. Von dem Muckensturmer Hof haben wir schon 1382 Nachricht. Die Gemeinde Großsachsen pachtete ihn in diesem Jahre von Kloster Schönau, u.zw. Viehweide und Äcker. Dieses Pachtgut muß sehr groß gewesen sein, denn die Großsachsener hatten das Recht, 20 Jahre lang jährlich 30 Morgen Wald abzuholzen. Die Größe des Waldes erklärt sich in jenen Jahren aus dem schlechten Sumpfboden, der zum Erlengebüsch gerade recht war. Mit der fortschreitenden Entwässerung verschwanden die Erlenwälder und machten Wiesen und Äckern platz, wie wir es heute gewohnt sind.

 

Abschrift eines Zeitungsausschnittes
Weinheim, den 17. Oktober 1947 gefertigt.

 

Vielen Dank an Karl J. Franz, jetzt wohnhaft in Norderstedt, der mir diese Abhandlungen zur Verfügung gestellt hat.

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© Armin Süss